Vorfuß

Vorfuß

Der Fuß ist in seiner Struktur sehr komplex. 20 Knochen bilden mit über 100 Bändern und 20 Muskeln eine stabile Einheit. Zahlreiche Nerven erfassen Druck und Bewegungsmuster und sorgen im Zusammenspiel mit gut trainierter Muskulatur als sensibles Organ für sicheren Stand und Fortbewegung.

Störungen entstehen durch:

  • Verdickung und Verformung des Großzehenballens (Hallux valgus)
  • Entzündung des Schleimbeutels am Großzehenballen
  • Einsteifung des Großzehengelenks (Hallux rigidus)
  • Hammer- oder Krallenzehen
  • Spreizfußbeschwerden mit Hornhautschwielen

 

Hallux Valgus

Verdickung am Großzehengrundgelenk, begünstigt durch Druckstellen in engem Schuhwerk, lassen die Großzehe nach außen wandern. Entzündliche Schübe am Ballen kommen erschwerend hinzu. Im Anfangsstadium reicht eine Kapseleinkerbung mit Straffung innen und Lösung außen aus (reine Weichteil-OP, z.B. Methode nach McBride). Eventuell wird ein Teil des vergrößerten Mittelfußköpfchens an der Innenseite abgetragen. Bei erheblicher Großzehenfehlstellung muss auch am Knochen korrigierend operiert werden.

Beispiele hierzu sind die OP nach Chevron oder Kramer bei mittelschweren Fällen oder Scarf und Hackenbroich in schweren Fällen. Die Nachbehandlung geschieht im allgemeinen ohne Gips. Auftreten ist mit dem sog. Vorfußentlastungsschuh möglich.


vorher



nachher


Hallux rigidus

Bei der Arthrose des Großzehengrundgelenkes gibt es eine Vielzahl von operativen Verfahren. Die früher übliche und auch heute immer noch angewandte Methode, das Grundgelenk der Großzehe einfach zu resezieren (OP nach Keller-Brandes), sollte heute nur noch in Ausnahmefällen angewandt werden, da es erprobte Möglichkeiten gibt, das Zehengrundgelenk zu erhalten. Die Nachbehandlung geschieht im allgemeinen ohne Gips. Auftreten ist mit dem sog. Vorfußentlastungsschuh möglich.

Hammerzehen

Durch ungleichen Muskelzug kommt es zu einer Verkrümmung einer oder mehrerer Kleinzehen. Druckstellen entstehen am hochstehenden Mittelgelenk sowie an der Zehenspitze und unter dem Mittelfußköpfchen. Im Anfangsstadium bei noch ausgleichbarer Fehlstellung reicht oft die Sehnenverlängerung sowie Kapseleinkerbung aus.