Hüftgelenk

Anatomie und Funktionen

Das Hüftgelenk verbindet Rumpf und Beine und besteht aus der Hüftpfanne im Beckenknochen und dem Hüftkopf des Oberschenkelknochens. Die Gelenkanteile sind mit einer knorpeligen Gleitschicht überzogen und werden von der Gelenkkapsel umschlossen. Die Gelenkschleimhaut produziert eine Flüssigkeit, die den Knorpel ernährt und letztlich eine stoßdämpferähnliche Aufgabe erfüllt.


Die Form als Kugelgelenk garantiert eine optimale Bewegungsfreiheit. Bänder zwischen den Knochen stabilisieren das Gelenk, durch Sehnen und Muskeln wird es bewegt.

Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose)

Häufigste Ursache einer Hüftgelenkserkrankung ist der Knorpelverschleiss: die Hüft- bzw. Coxarthrose. Hier werden primäre Arthrosen mit weitgehend unbekannten Ursachen und sekundäre Arthrosen nach bestimmten Grunderkrankungen (Rheuma, Durchblutungsstörungen, angeborene Formveränderungen, Unfälle, etc.) unterschieden.

Der Knorpelverlust führt zu einer zunehmenden Einsteifung des Gelenkes. Gleichzeitig treten Anlauf- und Belastungs-, später Nacht- und Ruheschmerzen auf, die zu einer Reduzierung der Gehstrecke und letztlich einer Einschränkung der Lebensqualität führen.

Die Arthrose lässt sich im normalen Röntgenbild darstellen, wobei die Verschmälerung des Gelenkspaltes zwischen Hüft- und Oberschenkelknochen als indirektes Zeichen des Knorpelverlustes zu erkennen ist. Kugel und Pfanne sind häufig teilweise zerstört und passen nicht mehr optimal ineinander („auf der Felge laufen“).

Hüftgelenksprothese

Wenn die bisherigen konservativen Behandlungsmaßnahmen (Physiotherapie, Bädertherapie, Massagen, Schmerzmedikamente, etc.) ausgereizt sind, erfolgt das Einsetzen eines künstlichen Gelenkes, einer sogenannten Hüft-Totalendoprothese (TEP).

Die seit den 60er Jahren ständig verbesserten Operationstechniken und Implantate machen diesen Eingriff zu einer der häufigsten und erfolgreichsten Routineoperation (europaweit ca. 400.00 / Jahr) in der orthopädischen Chirurgie.

Die Prothese ist der menschlichen Natur nachgebildet, d.h. sie besteht aus einer Pfanne und einem Schaft, auf den ein Kugelkopf aufgesetzt wird. Mit Hilfe der präoperativen Planungsskizze werden Modellgröße und Fixation der Prothese bestimmt, wobei hier individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden (Alter, Geschlecht, Knochenform, Körpergewicht, etc.).

Bei der Implantation unterscheidet man drei je nach Knochenstruktur verschiedene Fixationstechniken:

  • Zementfreie Endoprothese: Schaft und Pfanne werden „press-fit“ exakt in den Knochen eingepasst
  • Zementierte Endoprothese: Pfanne und Schaft werden mit schnellhärtendem, antibiotikahaltigem Knochenzement befestigt
  • Hybrid-Endoprothese: Pfanne wird zementfrei, der Schaft mit Knochenzement verankert

Vorbereitung zur Operation

Durch unsere jahrzehntelange Erfahrung sind unsere Operationszeiten im Vergleich zum Bundesdurchschnitt deutlich geringer. Durch diese verkürzte OP-Zeit verringert sich natürlich auch der individuelle Blutverlust. Die Zahl der Patienten die in den ersten Tagen nach der OP Blut benötigen, liegt unter 5 %, daher ist die Eigenblutspende vor der OP nicht mehr zwingend notwendig. Falls der Patient jedoch eine solche wünscht, kann diese selbstverständlich durchgeführt werden.

Nachbehandlung

Endoprothetische Operationen werden ausschließlich unter stationären Bedingungen durchgeführt. Zur Gewährleistung eines optimalen Operationserfolges erfolgt eine frühzeitige postoperative Mobilisation mit Hilfe der Krankengymnastik, wobei abhängig von den erwähnten Implantationstechniken eine schnelle Belastung des operierten Beines erlaubt wird.

Bei zementierten Prothesen und unauffälliger Wundheilung erfolgt eine sofortige Vollbelastung des operierten Beines. Teilzementierte Prothesen sind für 4 Wochen mit 10 – 20 kg belastbar; danach ist ein schneller Übergang auf Vollbelastung möglich. Zementfrei implantierte Prothesen müssen zur besseren Einheilung in das Knochenlager sechs Wochen entlasten.

Für den überwiegenden Teil der Patienten schließt sich nach einem 12-tägigen Klinikaufenthalt ein 3- bis 4-wöchiger Rehabilitationsaufenthalt an. Im Rahmen regelmäßiger, engmaschiger ambulanter Kontrolluntersuchungen werden die Fortschritte der Patienten dokumentiert und ggf. eine ambulante Fortsetzung der mobilisierenden Therapie verordnet.

Gelenkersatz und Sport

Verbunden mit einer schweren Arthrose des Hüftgelenks ist eine deutliche Einschränkung sportlicher Aktivitäten. Die durch den Gelenkersatz erzielte Beschwerdefreiheit lässt den Wunsch nach teilweiser Rückkehr zum Sport aufkommen.

International besteht Einigkeit, daß zumindest sogenannte „low-impact“ Sportarten wie Fahrradfahren, Schwimmen, Segeln, Tauchen, Golf und Kegeln unterstützt werden können. Bedingt möglich bzw. ratsam sind Sportarten wie Tennis, Basketball und Skilaufen. Unbedingt vermieden werden sollten Kontaktsportarten (Fußball, Handball, etc.).